Leitfaden: Familienfeste mit lesbischen Töchtern
Die richtigen Zutaten für ein gutes Gelingen
Ein kleiner Leitfaden für Eltern, Geschwister, Verwandte und FreundInnen
Herausgeberin: Psychosoziale Frauenberatungsstelle donna klara in Kiel
Darf ich die Liebste meiner Tochter oder Schwester zum Tanzen auffordern? Was mache ich, wenn jemand auf meiner Feier über meine Tochter und/ oder ihre Partnerin lästert? Wie komme ich selber damit zurecht, wenn sie das erste Mal die Frau an ihrer Seite zu einem Familienfest mitbringt?
Wenn größere und kleinere Feste in der Familie anstehen, stehen viele Eltern und nahe Verwandte lesbischer Frauen vor diesen oder anderen Fragen. Antworten gibt ein neuer Leitfaden der Kieler Psychosozialen Beratungsstelle donna klara. Von der Einladung über das Miteinander während der Feier bis hin zur Übernachtungsfrage werden darin verschiedene Phasen und Situationen durchgespielt, die GastgeberInnen und Töch-ter oft bewegen. Denn auf Familienfesten geht es selten nur darum miteinander gut zu essen und sich zu unterhalten, es geht auch für alle immer ein Stück weit darum, sich zu zeigen und zu positionieren. Selbst wenn die lesbische Lebensweise der Tochter in der Familie mehr oder weniger akzeptiert ist, sehen sich die Familienmitglieder auf einer großen "öffentlichen“ Feier oft den gleichen Klischees und Vorurteilen von Seiten der Nachbarn, des Freundeskreises etc. ausgesetzt, mit denen sie vielleicht selbst eine Zeit lang gerungen haben.
Die Familienfest-Fibel ist das Ergebnis des Interview-Projekts "Aber sag' Oma nichts“, mit dem donna klara im letzten Jahr danach gefragt hat wie es um die Akzeptanz von Lesben in ihren Familien steht. Neunzehn lesbische Frauen aus Schleswig-Holstein zwischen zweiundzwanzig und neunundfünfzig haben von ihren Erfahrungen und Wünschen erzählt und über ihre Vorstellungen von Familienleben gesprochen. Als Essenz aller Gespräche hat die Familienfest-Fibel das Familienfest als eine Art Kommunikations-Modell herausgefiltert und einige Zutaten zusammengestellt, die es für alle in der Familie leichter machen können, miteinander umzugehen. Es lässt sich auch auf Feiern übertragen, die in kleinem Rahmen oder mit wenig Aufwand gefeiert werden. Und auf ganz alltägliche Situationen, die mit feiern wenig zu tun haben, aber viel damit, sich gegenseitig zu akzeptieren.
Leitfaden – Familienfeste mit lesbischen Töchtern [Download PDF]
Pressinformation, Kiel 21.01.2010 [Download PDF]
