Kampagne - Es gibt immer einen Ausweg!

Anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März haben der LFSH und die Frauenhelpline die Kampagne "Es gibt immer einen Ausweg!“ nach Schleswig-Holstein geholt, die in Hamburg von LÂLE und i.bera ins Leben gerufen und freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

Es gibt immer einen Ausweg! Postkarten-Aktion

Aufgrund der Tatsache, dass auch in den Beratungen vor Ort und an der Frauenhelpline vermehrt das Thema Zwangsehe an Bedeutung gewinnt, haben sich Beratungs- und Fachstellen diesbezüglich weitergebildet und öffnen sich aktuell noch aktiver dieser Problematik und den betroffenen Mädchen und Frauen.

Ein selbst bestimmtes Leben ohne Gewalt ist das Grundrecht eines jeden Menschen. Doch das Erfahren von Gewalt in der Familie und in der Partnerschaft sind leider keine Ausnahmefälle. Körperliche und seelische Gewalterfahrungen können Menschen jeden Alters, jeder Religion und jeder Nationalität betreffen. Häusliche Gewalt wird dabei definiert als jede Form von körperlicher, sexueller und psychischer Gewaltanwendungen in engen sozialen Beziehungen.

Bereits am 1. Januar 2002 ist das Gewaltschutzgesetz in Kraft getreten, welches erstmals den Schutz vor Gewalt in privaten Beziehungen gewährleistet. Damit wird häusliche Gewalt strafrechtlich verfolgt, daher wird die Kampagne auch vom Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration unterstützt.

Eine besonders weitreichende Form von häuslicher Gewalt ist die sogenannte "Zwangsverheiratung“.  Von "Zwangsverheiratung" wird gesprochen, wenn ein oder beide zukünftigen Ehepartner zur Ehe genötigt oder gezwungen werden. Die Problematik ist in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren auch durch spektakuläre Einzelfälle publik geworden.
Wenn Präventions- und Interventionsbemühungen zukünftig erfolgreich sein sollen, bedarf es einer differenzierten Sichtweise und Sensibilisierung von Schulen, Beratungsstellen und Zufluchtsstätten und anderen Institutionen, die das Wohlergehen von jungen Menschen im Auge haben. Durch "Zwangsverheiratung" werden die Rechte auf selbst bestimmte Wahl des Partners und der Eheschließung sowie der individuellen Freiheit verletzt.

"Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung. In ihrer Folge geht es konkret um häusliche Gewalt bis hin zu fortgesetzten Vergewaltigungen “ erklärt Heide Simonis, ehemalige Ministerpräsidentin und Kuratorin des LFSH.

"Die Kampagne soll Frauen Mut machen, sich selbst in scheinbar ausweglosen Situationen Hilfe vor Ort oder bei der Frauenhelpline zu holen. Das familiäre, soziale und professionelle Umfeld der potentiell Betroffenen soll die Postkarte als Impuls und niedrig schwelliges Medium dienen, das erste Hilfen aufzeigen kann, ohne dabei Migrant/innen generalisierend zu diskriminieren. “

Presseerklärung vom 08.03.2010

Postkarte - "Es gibt immer einen Ausweg!" [Download PDF]

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