Pressemitteilung: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Kiel, 25.November 2013

Kein Tag ohne Gewalt gegen Frauen

Es passiert weltweit jeden Tag und auch überall in Schleswig-Holstein: Gewalt gegen Frauen. 11 Frauen werden im nördlichsten Bundesland täglich Opfer von sexualisierter Gewalt - jeden Tag gibt es mehr als sieben Fälle häuslicher Gewalt.

Die Zahlen zur Gewalt gegen Frauen in Schleswig-Holstein stagnieren auf einem hohen Niveau, so die Auswertung der Jahresstatistiken der Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser. Knapp 10.000 betroffene Frauen haben sich im vergangen Jahr an eine Beratungsstelle oder einen Frauennotruf gewandt. Mehr als 2.500 mal musste die Polizei bei häuslicher Gewalt einschreiten. Jährlich finden ca. 1.100 Frauen und ihre Kinder in Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen Schutz und Unterstützung.

"Jede Zahl ist dabei das Leid einer Frau. Oftmals sind auch Kinder mit betroffen. Gewalt gegen Frauen ist kein Problem der Städte und einiger Problembezirke: Es gibt sie überall im Land, auch im kleinsten Dorf", sagt die Landeskoordinatorin der Frauenberatungsstellen (LFSH), Angela Hartmann, über die Situation Gewalt gegen Frauen.

Am Internationalen Aktionstag gegen Gewalt gegen Frauen dürfe es aber nicht nur darum gehen die Opfer zu zählen, so Hartmann. Wichtig sei es einen kritischen Blick auf das Hilfesystem zu werfen. "Mit der Rücknahme der Kürzungen bei Beratungsstellen hat die Landesregierung einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan." Wichtig wären aber weitere Angebote zur Gewaltprävention. Verweise des Täters aus der Wohnung durch die Polizei und Kontaktverbote sind zwar wirksam, aber greifen erst nach massiver Gewalt gegen Frauen. "Die Kürzungen der Frauenhausplätze sind leider nicht in vollem Umfang zurück genommen worden. Landesweit fehlen immer noch 24 Plätze!", so die Sprecherin der LAG Autonome Frauenhäuser, Birgit Pfennig.

Beunruhigend findet auch der PARITÄTISCHE die vorliegenden Zahlen. "Wir wissen, dass es eine hohe Dunkelziffer an häuslicher und sexualisierter Gewalt gibt", so die Frauen-Fachreferentin des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein, Krystyna Michalski. "Noch immer gibt es viele Frauen, die aus Angst vor weiterer Gewalt keine Hilfe suchen. Gerade Migrantinnen und Frauen mit Behinderung finden den Zugang zu Beratungsstellen noch zu selten, ob­wohl sie häufig von Gewalt betroffen sind. Auch diese Frauen haben ein Recht auf Zugang zum Hilfesystem", so Michalski.

Hinweis:
Alle zitierten Fachleute stehen gern für Nachfragen und detaillierte Berichte zur Verfügung.

Pressemitteilung [PDF-Download]

Verantwortlich:

LAG Autonome Frauenhäuser
Birgit Pfennig
Email: Frauenhaus.elmshorn@gmx.de

Landesverband Frauenberatungsstellen Schleswig-Holstein
Angela Hartmann
Dänische Str. 3-5, 24103 Kiel
Tel. 0431/996 96 36
Email: info@lfsh.de

PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein e. V.
Günter Ernst-Basten, Vorstand
Jan Dreckmann, Kommunikation
Zum Brook 4, 24143 Kiel
Tel. 0431/56 02 13
Email: dreckmann@paritaet-sh.org
www.paritaet-sh.org

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