Pressemitteilung: Mit Glückskeksen machen die Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe ihren Protest gegen die Kürzungen deutlich
Rechtzeitig zur letzten Landtagssitzung vor den Wahlen am 6. Mai macht der Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein (LFSH) die Landtagsabgeordneten und Fraktionen des Landtages noch einmal auf die finanzielle Notlage der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe im Lande aufmerksam und überreicht ihnen vor dem Landeshaus einen Korb mit Glückskeksen.

„Die Glückskekse stehen symbolisch für die Notwendigkeit einer stabilen Finanzierung. Denn es ist für die Betroffenen Frauen ein großes Glück, dass es die Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe mit ihren vielfältigen Angeboten gibt!“ erklärt Ursula Schele, Vorstandsfrau des LFSH. Insgesamt 156.000 € wurden im vergangenen Jahr bei 6 Frauenberatungsstellen und -Notrufen allein durch das Justizministerium gekürzt, eine Summe, die für die betroffenen Einrichtungen schwere Einschnitte bedeutet. Die hohen fachlichen und personellen Standards können im bisherigen Umfang nicht mehr in vollem Umfang beibehalten werden. Angela Hartmann, Landeskoordinatorin des LFSH mahnt: „Es ist ein unhaltbarer Zustand. Schon jetzt mussten Kolleginnen entlassen und Stundenreduzierungen in einigen Beratungsstellen vorgenommen werden, um die Kürzungen zu kompensieren. In einigen Frauennotrufen sind akut vergewaltigte Frauen mit längeren Wartezeiten konfrontiert, weil einfach keine Kapazitäten mehr vorhanden sind. Bislang konnte eine Beratung in akuten Fällen innerhalb von 24 Stunden zugesichert werden.“

Der LFSH fordert die Fraktionen auf, sich stärker für die betroffenen Frauen einzusetzen und nicht nur die Kürzungen zurückzunehmen, sondern mehr Mittel bereit zu stellen, um die jetzigen Qualitätsstandards zu erhalten und auch neuen Gewaltphänomenen wie Gewalt in digitalen Medien begegnen zu können.
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